Eine Wanderung durch CASA FURNA
Man erreicht Casa Furna über einen felsigen steilen Weg, der nur mit einem Jeep zu befahren ist. Dies schützt Casa Furna vor neugierigen Touristen. Sie tauchen ein in die karge, aber doch üppige Natur einer Makia-Felsenlandschaft. Die Außenanlage, auf den nach Süden, Westen und Osten pflanzenumwachsenen, mit weißem Kalkstein gepflasterten Terrassen, lädt zu sonnigen Stunden ein.
Die mit Messing beschlagene Eingangstür, erinnert an ein mittelalterliches Burgtor, welches beschützt schnabelartigen unter einem Vordach, verborgen hinter einer bauchigen Außenwand, den Besucher einläßt. Das Oberlicht in der Form eines Auges, liegt wie ein Wächter, eingebettet in die Form, die der Sommer-und Wintersonne einfängt und den Raum erleuchtet. Dem eintretenden Betrachter eröffnet sich ein Kunst Halle, die ein Licht durchflutete eine Höhle erinnert. Die an den natürlich vorhandenen Untergrund angepaßten Ebenen, bestätigen diesen Eindruck.
Dieser, in verschiedenen Säulenkonstruktionen, Gewölben und unterschiedlichen Höhen strukturierte Lebens-Raum birgt die funktionalen bestimmungen eines Hauses, wie Küche, Bad, Toiletten, Essecke, Ruhepodest und Tee-Ecke, sowie einen multifunktionalen "leeren" Raum mit Panoramablick in die Weite des Südlichen Atlantiks. Dieser Blick ist von allen Ebenen dieses Lebens-Raums zu sehen und gibt dem "höhlenartigen" das befreiende Gefühl von Licht, Transparenz und Offenheit.
Wir bewegen uns auf einem geflammten aus Granit, in natürlichem Mosaik gelegten Fußboden über Naturfelsenstufen auf die nächste Ebene und erreichen Eine aus 11 Pinien-Rundhölzern umfaßte Oberlichtquelle. Die von dieser Lichtquelle sternförmig angelegte Rundholzkonstruktion, unterfasst die gesamte Dachterrasse.
Die Anpassung des Bauwerks an die natürlich vorkommende Landschaft, ließ dieser Stelle ein Felsen frei, die sich als Grün-Klimazone hervorragend eignete, mit Palmen, Farnen und Efeu bepflanzt zu werden.
Es teilt sich der Weg in geschwungenen Formen und über einen weiteren kleinen Anstieg erreichen wir sterben, für max. 13 Personen fest Installierte Essecke. Dieses puristische "Möbel" ist der nach außen gewölbten Wand angepasst und wirkt wie eine geschlossene Einheit im offenen Lebens-Raum.

Eine Seil-Leiterkonstruktion führt von dort aus in die darüberliegende "Nasenhöhle. Sie beherbergt das Liebespaar oder den Eremiten. Es ist das kleinste Zimmer in der Casa Furna. Ein Ort der Atmung und eines besonderen Klangerlebnisses: dem Meeresrauschen. Eine kleine Treppe ermöglicht den Ausstieg auf die Dachterrasse.
Nach Nordwesten und Nordosten angelegte Sitzkojen und die angrenzende Glaspyramide umschließen die nach Süden geöffnete große Dachterrasse. Die Pyramide ist aus 16 verschiedenen Dreiecken zusammengesetzt und paßt sich an die gewölbte Dachkonstruktion von Bad und Küche ein. Dieser Lichtschacht läßt tief hinunter in die Badelandschaft mit Mosaik ausgelegte Badelandschaft blicken. Die Dachterrasse ist im weiteren Verlauf wie die Reling eines Schiffes eingegrenzt und gestattet einen herrlichen Ausblick über die Klippen einer 70 m tiefen Schlucht bis zum Meeresstrand.
Organische Formen und Ziegelmauerwerk verschmelzen sparsam mit pointierten Mosaiken. Hier lädt die Skulptur ein, weitere Mosaikapplikationen zu kreieren. In spateren Jahren werden hier Veränderungen zu sehen sein.
Die Spitzbogentür läßt uns in die Turmkuppel einsehen. Eine nach neun Seiten (Enneagramm) ausgerichtete Rundholzkonstruktion scheint die Kuppel zu tragen. Die 8 verschiedenen Fensterformen unterstützen die Asymetrie der Kuppel, ebenso wie das vom Tagesrhytmus in verschiedenen Einstrahlwinkeln entstehende Licht. Der massive Akazien-Holzschwingboden in der mit Kalksand verputzten Kuppel (Raumklima), erwidert die Resonanz eines anders"artigen" Wohnkörpers. Ein beschaulicher Rückzugspunkt mit Aussicht nach allen Himmelsrichtungen.
Die 360 Grad Wendeltreppe windet sich um einen Pinienstamm wie eine Schnecke herab und führt vorbei am Turmparterre. Das Turmparterre ist wie die Turmkuppel, mit Doppelbett und Sitzgruppe ausgestattet. Auch hier ist die Formgebung der Fenster ein Lichtschauspiel zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Zurück im schneckenförmigen Treppenhaus erreichen wir einen Steg, der uns über die Grün-Klimazone (Pflanzenwelt) in den Lebens-Raum führt. Eine nahe Pendeltür eröffnet uns die liebevoll gestaltete Badelandschaft. Der mit geflammtem Granit ausgelegte und mit Mosaik gekachelte Duschbereich grenzt an den Einstieg des Jakuzzis, ein großer Entspannungspool mit Ausblick. Ein durch Erosion und Erdentstehung gelochter Fels dient als Wasserzulauf. Das Badekuppelgewölbe führt in die schon beschriebene Pyramide. Ein an dieser Kuppel "herabgleitendes" Oberlicht öffnet sich über dem Jakuzzi. Es entsteht ein prismenhaftes Lichtspiel am Bogengewölbe, durch die sich an den Mosaikkacheln reflektierende Wasseroberfläche.

Wir verlassen die Badelandschaft und erreichen den gewölbten bauchigen Raum der multifunktionalen Küche. Daran Anschließend eröffnet sich der "leere" Bewegungs-Raum bis in eine Höhe von 4,5 m, ausgestattet mit Hirnholzparkett für Tanz, Meditation oder Anderen kreativitätsfördernden Tätigkeiten. Pinienrundhölzer und eine Felsensäule begrenzen und stützen das Podest mit Sitzmöglichkeiten und bester Aussicht auf die Bucht nahe: ein Rückzugspunkt inmitten des Lebens-Raums.